8. Symphoniekonzert
Wie frei sind Kunst und Kultur in totalitären Systemen? Lässt sich mit musikalischen Mitteln subtile Regimekritik üben? Das 1970 entstandene Cellokonzert des polnischen Komponisten Witold Lutosławski scheint diese Fragen aufzuwerfen: Noch heute wird die Brachialität, mit der das Kollektiv (Orchester) dem Individuum (Solist*in) in Lutosławskis Cellokonzert stellenweise entgegentritt, bisweilen im Lichte der kommunistischen Herrschaft im Polen der 1970er-Jahre gedeutet. In Bern wird das eindrückliche Werk von der international gefeierten Cellistin Sol Gabetta interpretiert, die bereits mehrfach in der Bundesstadt zu Gast war. Dem Cellokonzert gegenübergestellt ist Antonín Dvořáks siebte Symphonie. Zu Lebzeiten des Komponisten zählte das in London uraufgeführte Werk nicht zuletzt aufgrund seiner grossen emotionalen Kraft zu Dvořáks erfolgreichsten Kompositionen, steht heute aber zu Unrecht im Schatten seiner Neunten («Aus der Neuen Welt»). Am Pult: Chefdirigent Krzysztof Urbański.
Konzerteinführung jeweils um 18:30 Uhr im Salon Bernois
Künstler*innen
Krzysztof Urbański, Dirigent
Sol Gabetta, Violoncello
Berner Symphonieorchester, Orchester
Programm
Witold Lutosławski (1913–1994)
Konzert für Violoncello und Orchester (1969/70) (25′)
Antonín Dvořák (1841–1904)
Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70 (1884/85) (40′)
Sponsor*innen
Mit freundlicher Unterstützung der
