Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Diese Kolumne erschien am 20. Dezember 2017 in der Hotellerie & Gastronomie Zeitung. Regelmässig berichtet da der Geschäftsführer des Casino Bern, Ivo Adam, vom Stand der Dinge des Umbauprojektes.

Der Umbau des Casino Berns war zuletzt vor allem staubig und laut. Manchmal zu laut. So geschehen ganz zu Beginn der Abbrucharbeiten: Zwar vermuteten wir Schadstoffe, die speziell abgeführt werden mussten, doch die Bauleitung wusste nicht genau wo und in welchen Mengen. Schliesslich fand man Asbest, unter anderem an der Ostseite des Gebäudes. Laute Filterlüftungen mussten installiert werden. So laut, dass Anwohnende Kontakt aufnahmen. Sie beklagten den Lärm, verstanden aber das Vorgehen. Die Bauleitung konnte rasch informieren, bis wann diese zusätzliche Belastung noch fortdauerte. Apropos Schadstoffe: Wussten Sie, dass Taubendreck ab grosse Mengen auch als Sondermüll gilt? Wir auch nicht. Aber in den Dachstöcken gab es solche grossen Mengen.

Der weitaus schönere Teil ist der «strategische Weinkauf». Nein, das ist keine faule Ausrede, um an Degustationen teilzunehmen, sondern sehr aufwendige Forschungsarbeit. Denn wir möchten nach der Eröffnung im Herbst 2019 bereits interessante und aufstrebende Lagerweine anbieten können, die eben ab sofort einige Jahre Reife benötigen. Also müssen wir jetzt zuschlagen – und horten somit eine recht stattliche Summe totes Kapital. Darunter sind keine feschen Cheval Blancs und Pomerol Petrus’ – solche Weine wird es bei uns nicht geben. Es sind… nun, es wird eine Überraschung! Immerhin soviel vorweg: Es sind rund 400 Positionen auf der Karte, davon zwei Drittel aus der Schweiz. Wenige Lieferanten (rund 10) steuern einige Weine bei, viele Produzenten (bis zu 40 Weinbauern) steuern je einen oder zwei Weine bei.