4. Symphoniekonzert

Weil Gustav Mahler gross zu denken vermochte und herzergreifend emotional komponierte, sind seine Symphonien heute aus dem Konzertleben nicht mehr wegzudenken. Den Weg zur Symphonie musste sich Mahler indes erst bahnen. Eine wichtige Etappe auf diesem Weg ist ein in jungen Jahren entstandenes ≪Märchenspiel≫ für Solist*innen, Chor und Orchester. Wie so oft im Märchen geht es nicht eben friedlich zu und her. Mahler sucht die für das romantische Zeitalter so wichtige Sphäre des Schaurigen auf und weitet die aus der Dichtung bekannte Form ins Monumentale.

Im Vergleich zu Mahlers Symphonien mit Chorbeteiligung wird Das klagende Lied nur selten aufgeführt. Yoel Gamzou wird jedoch unter Beweis stellen, dass sich die Beschäftigung mit diesem frühen Werk Mahlers überaus lohnt. Gamzou, der seit 2017 als Generalmusikdirektor in Bremen wirkt, hat sich mit Mahler auf intensive Weise befasst und nicht zuletzt eine Vervollständigung von Mahlers zehnter Symphonie vorgelegt. Das reine Mahler-Programm, das er für Bern erarbeitet, umfasst als zweites Werk das Orchesterstuck Todtenfeier. Mahler hat dieses Stück später zum Kopfsatz der zweiten Symphonie umgestaltet, die ursprüngliche Fassung aber nie zurückgezogen. In der Kombination von Todtenfeier und Das klagende Lied wird für das Publikum besonders anschaulich, wie Mahler zu seiner ganz eigenen Sprache fand.

Yoel Gamzou

Dirigent

Masabane Cecilia Rangwanasha

Sopran

Claude Eichenberger

Alt

Michał Proszyński

Tenor

Jonathan McGovern

Bass

Ensemble Orlando Fribourg
Chor der Bühnen Bern
Extrachor der Bühnen Bern

Konzertprogramm

Gustav Mahler (1860 – 1911)

Todtenfeier. Symphonische Dichtung in c-Moll (1888) (20′) Das klagende Lied für Soli, gemischten Chor, grosses Orchester und Fernorchester (1878 – 80, rev. 1892/93, 1898/99) (65′)