Michael Sanderling Dirigent, Lucas Debargue Klavier, Milko Raspanti Trompete, Berner Symphonieorchester

Hier ist alles dabei: das altdeutsche Nürnberg mit Sängerzunft, Fliederduft und Preislied, ein finnisches Nationalheiligtum und ein überraschend unbeschwertes Stück Sowjetunion. Vielfach hat sich Michael Sanderling bereits in die Herzen des Berner Publikums gespielt, und auch Dmitrij Schostakowitsch spielte dabei eine zentrale Rolle. Hier ist es nun also das wunderbare Opus 35, dem sich der Berliner Dirigent widmet, diese übersch.umende Konzertpersiflage, in der immer alles anders kommt, als man es erwartet: ein fast zum Schlagwerk mutierendes Klavier, die unerwartet hinzutretende Trompete, dazu Gassenhauer, Walzer, Jazz und Klassikzitate – ein Werk, das Heiterkeit, Witz und Geist versprüht. Den Klavierpart übernimmt der junge Franzose Lucas Debargue, dessen steile Karriere genauso aussergewöhnlich ist wie seine solistische Aufgabe in diesem Konzert. Unterstützt wird er von Milko Raspanti, seines Zeichens Solotrompeter des BSO. Für den krönenden Abschluss sorgt Sibelius’ zweite Symphonie. Mit pastoralem Beginn und hymnischem Finale ist auch dieses Orchesterwerk getragen von positiver Grundstimmung – kurzum: ein besseres Programm hätte es für diese Zeiten kaum geben können.

Konzertprogramm

Richard Wagner (1813 – 1883)
Vorspiel zu Die Meistersinger von Nürnberg (1862) (10′)

Dmitrij Schostakowitsch (1906 – 1975)
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35 (1933) (22′)

Jean Sibelius (1865 – 1957)
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43 (1900–02) (45′)