Nein, es ist nicht das berühmt-berüchtigte ‹Rach 3›, das hier gespielt wird, und Lucas Debargue ist alles andere als ein gedrilltes Wunderkind.

Im Gegenteil: Erst mit 20 Jahren konzentrierte sich der junge Franzose ganz auf den Konzertflügel und eroberte die Musikwelt anschliessend im Sturm. Seinen ersten gemeinsamen Auftritt mit dem BSO bestreitet Lucas Debargue mit dem letzten Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow, jenem Werk, das lange im Schlagschatten seines übergrossen und hochvirtuosen Vorgängers stand. Zu Unrecht: Kompositorische Reife, die gekonnte Balance aus Modernität und romantischer Tradition, aus pianistischer Vielfalt und komplexem Orchestersatz lassen dieses letzte Klavierkonzert des russischen Komponisten heute mindestens ebenbürtig erscheinen. Mit Werken von Mahler, Schostakowitsch und Barber hat sich der Dirigent Michael Sanderling in den vergangenen Spielzeiten bereits in die Herzen des Berner Publikums gespielt. Jetzt wählt der deutsche Dirigent und Cellist die zweite Symphonie von Johannes Brahms und damit erneut ein Werk, dessen durchdrungene Struktur und thematische Fülle höchstes Takt- und Fingerspitzengefühl erfordern.

Konzertprogramm

Sergej Rachmaninow 1873 – 1943
Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll op. 40 (1926, rev. 1941) (26′)

Johannes Brahms 1833 – 1897
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (1877) (40′)

Orchester: Berner Symphonieorchester
Dirigent: Michael Sanderling
Klavier: Lucas Debargue

Konzerteinführung

Walter Kläy
DO, 06. Mai 2021, 18:30
FR, 07. Mai 2021, 18:30
Casino Bern, Salon Bernois