Extrakonzert

Sie ragt wie ein Monument in unsere Zeit hinein – Beethovens neunte Symphonie mit dem berühmten Chorfinale auf Verse von Friedrich Schiller. Dass dem Komponisten die absolute Musik nicht mehr genügte und er die Wortsprache und die menschliche Stimme mit in das symphonische Geschehen einbrachte, wird einmütig als Wendepunkt in der Geschichte der Gattung angesehen. Nicht wenige meinten auch, es sei ein Endpunkt. Fest steht, dass Schillers Text das Werk für musikpolitische Vereinnahmungen unterschiedlichster Couleur anfällig machte. Artur Nikisch begründete zudem 1918 die Tradition, das Werk zum Jahreswechsel aufzuführen. An der Schwelle von einem alten zu einem neuen Jahr, in diesem Moment des Zurückschauens und Vorausblickens, wirkt Schillers Botschaft vom einträchtigen Miteinander der Menschen besonders anrührend. Man darf gespannt darauf sein, wie Nicholas Carter in seiner Interpretation auf die Doppelnatur der Neunten eingeht, in welcher dem vokalen Finale drei äusserst avancierte instrumentale Satze vorausgehen. Ganz am Anfang des Programms steht Max Bruchs erstes Violinkonzert, das bis heute durch seine Brillanz und seine Melodienseligkeit besticht und das in Alexis Vincent – Erster Konzertmeister des Berner Symphonieorchesters – einen ebenso virtuosen wie einfühlsamen Interpreten finden wird.

Nicholas Carter

Dirigent

Alexis Vincent

Violine

Masabane Cecilia Rangwanasha

Sopran

Claude Eichenberger

Alt

Filipe Manu

Tenor

Christian Valle

Bass

Schweizer Jugendchor
Chor der Bühnen Bern

Konzertprogramm

Gustav Mahler (1860 – 1911)
≪Es sungen drei Engel≫ nach einem Text aus ≪Des Knaben Wunderhorn≫ (1895), transkribiert für 8-stimmigen Chor a cappella von Clytus Gottwald (2008) (05′)

Max Bruch (1838 – 1920)
Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 (1866 –68) (26′)

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (1822 – 24) (65′)