Mit fünf Jahren begann er zu komponieren, mit acht gab er sein erstes Konzert, mit neun schrieb er sich als Student an der Utah State University ein: Diese Wunderkind-Zeiten hat Kit Armstrong längst hinter sich.

Heute, als gereifter ‹Twen›, gilt der britisch-amerikanische Komponist und Pianist bereits als Jahrhundert-Talent, das sich jeder Herausforderung zu stellen vermag – auch dem hypervirtuosen Solopart in Franz Liszts Totentanz- Paraphrase über das mittelalterliche Dies irae. Programmatisch steht dieses Werk zwischen Leben und Tod, zwischen Diesseits und Jenseits – genau wie Liszts berühmteste Tondichtung, die nach Aussage des Komponisten zu verstehen ist als «Präludien zu jenem unbekannten Gesang, dessen erste Note der Tod anstimmt». Bräuchte es mehr? Eigentlich nicht, und dennoch lädt dieses Konzert in der zweiten Programmhälfte noch ein zu einem Schlüsselwerk des schwedischen ‹Nationalheiligen› Wilhelm Stenhammar. Dessen zweite Symphonie ist nordische Schule, Synthese aus spätromantischem und modernem Anspruch und experimentelle Auslegung der Form.

Konzertprogramm

Franz Liszt 1811 – 1886
Les Préludes. Symphonische Dichtung nach Alphonse de Lamartine (1849 – 55) (15′)
Totentanz, Paraphrase über «Dies irae» für Klavier und Orchester (1847 – 62) (16′)

Wilhelm Stenhammer 1871 – 1927
Symphonie Nr. 2 g-Moll op. 34 (1911 – 15) (46′)

Orchester: Berner Symphonieorchester
Dirigent: Mario Venzago
Klavier: Kit Armstrong

Konzerteinführung

Christian Müller
DO, 25. März 2021, 18:30
FR, 26. März 2021, 18:30
Casino Bern, Salon Bernois