Sein Violinkonzert schrieb Michael Hersch als Antwort zum Tod seines Freundes. In “Jenseits” bringen die CAMERATA BERN und Patricia Kopatchinskaja sein aufwühlendes Werk auf die Bühne und kombinieren es mit Schuberts Unvollendeter Sinfonie.

Das letzte Abonnementskonzert der CAMERATA BERN in der Saison 2019/2020 wird von Composer in Residence Michael Hersch
kuratiert. Der 48-jährige Komponist ist gemäss Financial Times of London «one of the most fertile musical minds to emerge in the U.S. over the past generation».

Ob Gegen- oder Rückenwind, in seinem Schaffen folgt Michael Hersch einem beständigen inneren Kompass, der unnachgiebig die verletzbarsten Winkel der menschlichen Erfahrungen aufspürt. Sein imposantes und unermesslich physisches Violinkonzert war damals das letzte in einer Serie von Werken, die er als Antwort zum Tod eines Freundes schrieb. Er schrieb es im Jahr 2015 für Patricia Kopatchinskaja, welche das Werk nun erneut spielt.

Wie zahlreiche seiner instrumentalen Werke wurde das Violinkonzert von Gedichten und bildender Kunst inspiriert. Fragmente von zwei Gedichten von Thomas Hardy erscheinen als Epigraph in der Partitur. Das Herzstück im dritten Satz ist ein Ort extremer Stille, in welchem herbe Beschwörungen die Zeitlosigkeit gregorianischer Choräle suggerieren.

Kontrastiert wird Herschs Violinkonzert mit Schuberts Unvollendeter Sinfonie in h-Moll. Das Spätwerk Schuberts spricht ebenfalls vom Jenseits, jedoch in einer ganz anderen Epoche. So wie Schuberts kurzes Leben blieb auch sie ein Fragment.

Der Tradition folgend, spielt die CAMERATA BERN auch in diesem Konzert ohne Dirigenten. Die Musiker*innen in einer grossen Besetzung in einem so intensiven musikalischen Dialog zu erleben, ist nicht nur akustisch ein beeindruckendes Konzerterlebnis.

Orchester: CAMERATA BERN
Violine, Leitugn und Solo: Patricia Kopatchinskaja
Composer in Residence, Klavier: Michael Hersch