Extrakonzert

Heutzutage ist das Nussknacker-Ballett aus der Weihnachtszeit kaum mehr wegzudenken, spielt die auf E.T.A. Hoffmann und Alexandre Dumas zurückgehende Handlung des ersten Aktes doch am Heiligen Abend im Wohnzimmer der Familie Silberhaus. Im zweiten Akt wird zudem mit dem märchenhaften Schloss Konfitürenburg ein Ort beschworen, an welchem sich alles um Süssigkeiten dreht. Tschaikowskys Musik zu diesem Ballett wurde im Konzertsaal lange Zeit auf die Nummern der Nussknacker-Suite reduziert, die der Komponist schon vor der Uraufführung ausgewählt und instrumentiert hatte. Inzwischen setzt sich aber erfreulicherweise die Ansicht durch, dass auch andere Teile der Partitur im Konzertsaal bestens aufgehoben sind. Wenn die einzelnen Nummern in einem Zuge gespielt werden, ergeben sich neue Zusammenhange, die der Wirkung einer Symphonie durchaus ebenbürtig sind.

Folgerichtig bringt James Conlon die Ballettmusik in voller Länge aufs Konzertpodium. Als Generalmusikdirektor in Köln sowie als musikalischer Leiter der Opernhauser in Paris (Opera national) und aktuell Los Angeles verfügt Conlon über Bühnenerfahrung wie kaum ein Zweiter und wird daher die Dramatik in Tschaikowskys Musik aufs Beste herauszuarbeiten verstehen.

James Conlon

Dirigent

Konzertprogramm

Peter Iljitsch Tschaikowsky(1840 – 1893)

Der Nussknacker op. 71 (1891/92) (88′) Ein Märchen-Ballett nach E. T. A. Hoffmann in 2 Akten