Philippe Auguin Dirigent, Vadim Gluzman Violine, Berner Symphonieorchester

Romantik, klassische Moderne und Avantgarde der 1968er – diese besondere Mischung garantiert einen aufregenden Konzertabend. Da ist zunächst Brahms’ Violinkonzert, dieses gleichermassen symphonische wie konzertante Opus Magnum des 19. Jahrhunderts. «Jedes Mal, wenn ich das Brahms-Violinkonzert spiele, fühlt es sich so an, als ob ich in den Besitz eines perfekten Palastes mit aussergewöhnlicher Aussenund Innenarchitektur kommen würde», bekennt Vadim Gluzman. Der aus der Ukraine stammende Violinvirtuose verkörpert die grosse Tradition der russischen Schule und hat doch – wie bereits seine epochale Einspielung des Werks zeigte – seinen ureigenen, packenden Zugriff auf den Solopart dieses Meisterwerks. Mit Strawinskys Sacre du printemps erweckt Dirigent Philippe Auguin eine der ganz grossen Partituren des 20. Jahrhunderts zum Leben. Dissonant geschärfte Klänge und brachiale Rhythmen lösten 1913 in Paris den grössten Theaterskandal der Musikgeschichte aus; heute gelten sie als Inbegriff einer packenden und mitreissenden Musiksprache. Die geheimnisvollen Streicherklänge von Pierre Boulez’ Livre pour cordes setzen diese Geschichte schliesslich bis an die Schwelle zur Gegenwart fort.

Konzertprogramm

Pierre Boulez (1925 – 2016)
Livre pour cordes (1966–68, rev. 1988) (12′)

Johannes Brahms (1833 – 1897)
Violinkonzert D-Dur op. 77 (1878) (39′)

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Le sacre du printemps (1913) (33′)